Alisseos - bestes Olivenöl aus Griechenland

Blick von der Terrasse

Blick von der Terrasse der Familie Genth aufs Meer und den Sonnenuntergang.

Editorial

Machen wir uns nichts vor: So wünschenswert es erscheint, alle Menschen mit gutem Olivenöl zu versorgen, so unmöglich ist das. Olivenöl in guter Qualität ist ein Luxusprodukt (und gar nicht in ausreichender Menge verfügbar)! Das heißt: teuer. Es kann sich nicht jeder leisten, noch dazu, wenn andere Dinge wichtiger scheinen. Der Autor dieser Zeilen verzichtet dagegen gerne auf die scheinbar wichtigen Dinge, und gönnt sich lieber seine tägliche Ration gutes Olivenöl. Und davon möchte ich erzählen; nicht von mir, sondern von gutem Olivenöl:

Jahr für Jahr werden tausende Tonnen Olivenöl im Mittelmeerraum hergestellt. Vieles davon dürfte sich nicht einmal Nativ, geschweige denn Extra Nativ (Extra Vergine) nennen. Es wird in schicke Flaschen abgefüllt, mit einem wunderschönen Etikett versehen und kommt als Olivenöl Extra Nativ in den Handel. Meist wird durch geschicktes Marketing und idyllischen Bildern auf dem Etikett suggeriert, es käme aus der Toskana, von alten aber körperlich fitten Italienerinnen von Hand mühevoll geerntet, obwohl es aus Griechenland und/oder Spanien und Marokko stammt. Die Säurewerte dieser Öle kratzen schon an der vorgeschriebenen Höchstgrenze von 0,8%, und ein halbes Jahr in der hellen Glasflasche im Licht durchfluteten Supermarkt machen dem ohnehin nicht sonderlich guten Produkt den Garaus. Das große Problem ist, dass man sich an schlechten Geschmack genau so gewöhnen kann, wie an guten. Wer also immer schon diese Art von Olivenölen konsumiert hat, wird höchstwahrscheinlich nicht wissen, wie ein gutes Öl zu schmecken hat.

Mit ein Grund für die vielen Flaschen qualitativ minderwertigen Olivenöls sind natürlich auch die Verbraucher, die ein gutes Olivenöl für möglichst wenig Geld haben wollen, was ihnen die Werbung ja auch verspricht. Unseriöse und nicht haltbare Testergebnisse von Stiftung Warentest und anderen, leisten dieser Schnäppchenmentalität Vorschub. Dies hat zur Folge, dass die Olivenbauern, die Jahr für Jahr am Existenzminimum kratzen, sich bei Anbau und Ernte nicht mehr besonders ins Zeug legen. Denn der Preis, den sie für ihr Öl erzielen können, rechtfertigt einfach keine besondere Sorgfalt. So kommt schlechtes Öl zu weniger schlechtem Öl und wird noch einmal mit etwas besserem Olivenöl vermischt (um zumindest die allernötigsten Qualitätskriterien zu erfüllen), und die ganze Chose wird dann zum Beispiel aus Griechenland nach Italien an die großen Abfüller verschifft, die zudem den Preis bestimmen (dass zudem die „großen“ italienischen Abfüller fast ausschließlich in spanischer Hand sind, wird den Konsumenten wohl kaum zum Vorteil gereichen). Immer wiederkehrendes Szenario in Griechenland ist die schon im Oktober gestellte Frage der Olivenbauern nach „dem Preis“. Worauf erst einmal vorsorglich alle Verträge von den Italienern im November gekündigt werden. Die anschließende Panik der Bauern führt zu weiterem Preisverfall und zu neuen Verträgen mit den Italienern im Dezember – natürlich zu schlechteren Konditionen für die griechischen Bauern. Ein ungesunder Kreislauf für qualitätsbewusste Erzeuger. Die bekommen ihre Mühen einfach nicht mehr bezahlt und resignieren.

Alisseos

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Es geht aber auch ganz anders. Nur ist dieser andere Weg der schwerere.

Gerade wenn man sich entschlossen hat, nicht in der Toskana, sondern in Griechenland zu produzieren, und dann auch noch den Anspruch hat, das beste griechische Olivenöl auf den Markt zu bringen. Zu einem Preis, der den Aufwand (leider noch nicht ganz) rechnet. Ein Öl, welches mit allen relevanten Analysewerten seine Qualität unter Beweis stellt, und dann auch noch wunderbar schmeckt. Ein Olivenöl, welches nicht in veralteten Ölmühlen hergestellt wird, sondern nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Welches nach der neuesten Technik sofort nach Produktion gefiltert und in biozertifizierter Anlage abgefüllt wird. So ein Öl zu produzieren kostet nicht nur Geld, sondern auch den Mut, sich gegen das „Althergebrachte“ aufzulehnen und seinen eigenen Weg zu gehen. Und dieser Weg ist durchaus steinig (im wahrsten Sinne des Wortes, wie wir noch sehen werden). Denn wenn das Öl erst einmal da ist, heißt das nicht, dass es sich auch wie „geschnitten Brot“ verkaufen lässt. Schließlich möchte man einen Preis erzielen, der für ein Olivenöl aus der Gegend astronomisch scheint, in Anbetracht der ausgezeichneten Qualität allerdings immer noch viel zu gering ist.

„Gewinn jedoch ist ein Wort, von dem wir in Griechenland nur träumen können. Bedenken Sie, dass wir nicht mit Fahnen schwenken, auf denen in Leuchtschrift „Toskana“ lockt!“, schrieb mir Dagmar Genth, die mit ihrem Mann Dr. Joachim Genth in der Mani in der Provinz Messinias in Pigi-Platsas ihr allerfeinstes Alisseos produzieren – sowohl konventionell als auch in Bioqualität. Nachdem ich die Analysewerte sah, konnte ich es kaum glauben: Eine ausgezeichnete Qualität mit sehr wenig freien Fettsäuren (0,21% konventionell, 0,193% Bio-Öl) und mit für griechisches Olivenöl unüblich viel Polyphenolen (245 mg/l / 295 mg/l). Alle anderen Werte unterstützten die Wertigkeit dieses Olivenöls: Nur frische, unverletzte Oliven wurden sorgfältig verarbeitet, alle Richtwerte wurden teils erheblich unterschritten. So ein Öl in einen Topf mit genossenschaftlich produzierten Ölen zu werfen, wäre der reinste Frevel.

Doch nicht nur die Analysewerte (Link öffnet ein neues Fenster mit den Analysewerten des Alisseos Bio als PDF, ca. 3 MB) können überzeugen, sondern erst recht der Geschmack! An diesem Öl kann man schmecken, was die Sorte Koroneiki, die in der Mani überwiegend zu Hause ist, für eine Geruchs- und Geschmacksvielfalt an den Tag bringen kann, wenn man vernünftig produziert.

Olivenhain vor der Ernte

Olivenhain der Familie Genth vor der Ernte.


Olivenhain im August 2008

Der Olivenhain im August 2008. Hier (oben und unten) ist zu sehen, wie steinig der Weg zu gutem Olivenöl wirklich ist - im wahrsten Sinne des Wortes.


Olivenhain im August2

Olivenhain im August 3

Olivenhain im August 2008 4

Und hier kommen die Besonderheiten der Olivenhaine der Familie Genth ins Spiel: Die Olivenbäume der Familie liegen alle über 250 m und höher über dem Meeresspiegel. „Wir haben bewusst keine Monokultur, also auch einige andere Pflanzen wie Wein, Kakteen, Tomaten, Paprika etc. gepflanzt. Auch andere Bäume wie Zitrusbäume, Obstbäume aller Sorten, Nadelbäume - und haben die wilde Stecheiche überall dort, wo wir sie vorfanden, als Baum beschnitten und stehen lassen. So ergibt sich nicht unbedingt das toskanisch-pittoreske Erscheinungsbild, sondern dem Auge eher ein Durcheinander. Im Tal selbstverständlich gibt es genau diese Olivenhaine, in denen nur Ölbäume stehen, Traktoren fahren können etc. Das jedoch wären nicht die Bäume unserer Haine - und unseres Öles.“, schrieb mir Dagmar Genth.

Oliven nach Baumschnitt

Oliven nach Baumschnitt

Die Olivenbäume nach dem Baumschnitt. Sie werden eher kurz gehalten und schirmartig geschnitten. Das erleichtert die Ernte in dem unwirtlichen Glände.

Obwohl eher klein und dünn, sind die Bäume alle zwischen 65 und 140 Jahre alt. Sie werden traditionell niedrig und schirmartig geschnitten. Dies ist nötig, damit in dem unwirtlichen Gelände eine Ernte von Hand stattfinden kann. Hohe Olivenbäume abzuernten wäre unmöglich, der Einsatz von Maschinen in dem steinigen Gelände ebenso. Düngung der Olivenbäume, wie in anderen Gegenden und auch in Italien, Spanien und anderen Ländern üblich, gibt es bei den Alisseos-Bäumen nicht. Lediglich durch Mähen und Häckseln der umstehenden Büsche und Gräser gibt es ein wenig Gründüngung, die den Boden zwar schon etwas verbessert haben, der aber immer ein karges Stückchen Erde bleiben wird. Der „Überlebenskünstler“ Olivenbaum findet das gar nicht schlimm – im Gegenteil. Er dankt es mit ausgezeichneten Früchten, die ein ebenfalls mehrfach ausgezeichnetes Olivenöl ergeben.

Das Ernteteam bei der Arbeit

Ernte auf wackeligen Leitern

Das Ernteteam nach getaner Arbeit

 

Das Ernteteam bei und nach der schweren Arbeit. Trotzdem ist Fröhligkeit  und Lebensfreude angesagt, was nicht zuletzt daran liegt, dass die Erntehelfer des Dr. Genth (unteres Foto, zweiter von rechts oben) auch gut bezahlt werden. Denn nur so wird auch gute Arbeit abgeliefert, was sich in der Qualität des Olivenöls wiederspiegelt.


nach der Ernte

Nach getaner Arbeit belohnt einen die Mani mit diesem fantastischen Anblick.

Bildquelle (12): (c) Dagmar Genth

Ich sehe mich deshalb gezwungen, Ihnen dieses Öl nicht vorzuenthalten - man ist schließlich kein Unmensch (zudem ich nicht alles selbst verzehren kann und sollte). Ich werde Ihnen das Bio-Olivenöl Alisseos in der 0,75 l-Flasche zu einem – wie ich finde – sehr günstigen Preis anbieten, der zumindest für diese Saison stabil bleiben wird. Ich verspreche Ihnen höchsten Genuss, Sie werden das Alisseos lieben! Ausführliche Verkostungsnotizen finden Sie in der Artikelbeschreibung und demnächst auch im Blog, wo ich Ihnen noch andere Produkte der Familie Genth vorstellen werde.

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