Grillen

„Papa, was essen wir denn heute?“, fragt meine Tochter in diesen Tagen öfter. Meine Antwort „Wir grillen!“, stößt nicht immer auf die von mir erwartete Begeisterung. Trotz dem Bratwurst und Nackensteak nicht wirklich zu meinem bevorzugten Grillgut gehören, und von meiner Familie sowieso verschmäht werden.

Gegrillt wird bei uns natürlich auch ab und zu eine Bratwurst, öfter jedoch stehen andere Grillgerichte auf dem Programm. Sehr beliebt ist ein Puten-Ananas-Spieß: Eine frische Ananas wird, genau wie die Putenbrust, in grobe Würfel geschnitten und abwechselnd auf einen Spieß gesteckt. Anschließend mit einer Mischung aus Olivenöl und Currypulver bestrichen und eine Stunde mariniert. Beim Grillen ist Vorsicht angesagt, damit der Curry nicht verbrennt. Überhaupt ist der Spieß ein schönes Utensil, mit dem abwechslungsreiche Grillgerichte gestaltet werden können. Ein reiner Champignonspieß zum Beispiel schmeckt auch den Nicht-Vegetariern, wenn er die nötige Würze erhält: zum Beispiel mit einer Marinade aus Olivenöl (kommt noch öfter vor!), Knoblauch und gemahlenen Bockshornkleesamen. Wo ich gerade vegetarisch erwähne: Auch Zucchini und/oder Auberginen lassen sich – in Scheiben geschnitten - hervorragend auf den Grill legen. Vorher werden sie mit einer Marinade aus – sie erraten es sicher – Olivenöl, Knoblauch, Oregano, schwarzem Pfeffer (aber bitte frisch aus der Mühle) und ein paar Tropfen Zitronensaft bestrichen. Gute Ergebnisse brachten auch ein in Scheiben! geschnittener Blumenkohl, der in einer Marinade aus Olivenöl (wer hätte das gedacht), Salz und gemahlenem Bockshornklee seiner „Vergrillung“ entgegensah. Ebenfalls ein in Scheiben geschnittener Kohlrabi, mariniert mit indonesischer Sojasauce, Sambal Manis und – Olivenöl, schmeckte uns (fast) allen sehr gut.

Bevor jetzt jedoch die Vermutung angestellt wird, dass bei uns nur Gemüse und Obst auf den Grill wandern: Ich liebe Fleisch. Insbesondere Rind-, Kalb- und Lammfleisch. Bevor diese Fleischstücke (aus der Huft oder dem Rücken) gegrillt werden, müssen sie natürlich mittels einer Marinade gewürzt werden. Meine Standard-Marinade besteht aus Olivenöl (was sonst?), ein paar Tropfen Zitronensaft, frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer und – je nach Fleischsorte – verschiedenen Kräutern und Gewürzen. Damit ich nicht Unmengen von Olivenöl für Marinaden verwenden muss (das Fleisch sollte immer gut damit benetzt sein), gibt es einen kleinen Trick: Die Fleischstücke werden in der Marinade gewendet und kommen dann in einen wieder verschließbaren Gefrierbeutel. Etwas Marinade kommt noch dazu, dann wird der Beutel verschlossen, nachdem möglichst sämtlich darin befindliche Luft herausgepresst wurde. Dann gut durchkneten und ab in den Kühlschrank. Die Fleischstücke sind ca. eine Woche haltbar und können einzeln entnommen werden. So kann man den Grillspaß über die ganze Woche verteilen und hat nur einmal den Aufwand mit der Marinade. Übrigens: Je länger das Fleisch in der Marinade liegt, desto zarter wird es. Gerade beim Rindfleisch ist das wichtig, da das Fleisch, welches in den Handel kommt meist nicht genügend abgehangen ist. Nach drei Tagen im Kühlhaus wird es schon zerteilt, damit der Gewichtsverlust nicht so groß ist (Profit! Profit! Profit!). Noch in den 60er und 70er Jahren wurden die Rinderhälften mindestens 14 Tage im Kühlhaus gereift. Ein zartes deutsches Rumpsteak ist heutzutage reine Glückssache.

Lachs in AlufolieNatürlich kann man auch Fisch auf dem Grill zubereiten. Lieblingsfisch meiner Familie ist da der Lachs in Alufolie mit Kräutern. Scampis (Riesengarnelen, geschält und ohne Kopf) am Spieß mit Olivenöl bestrichen und anschließend mit einer Salsa Verde begossen sind ebenfalls der Renner – zumindest bei meiner Frau. Jeder festfleischige Fisch ist zum Grillen geeignet: Thunfisch, Seeteufel, Wolfsbarsch, Seezunge und viele mehr. Die Hauptsache ist, sie werden vorher mit Olivenöl bestrichen. Forellen oder Lachsforellen lassen sich auch sehr gut mit Kräutern und Zitronenfilets füllen. Nach dem Grillen ein ligurisches Olivenöl darüber geträufelt, lässt das Herz jeden Feinschmeckers höher schlagen.

Meine Frau: „Schatz, was essen wir heute Abend?“ „Wir grillen!“

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