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Vom Feinschmecker ausgezeichnet: Olivenwerkstatt Picudo/Hojiblanca



Vögel zwitschern aus allen Richtungen auf mich ein, in der Ferne röhren die Trecker und die unvermeidlichen Rasenmäher, es sind 23°C, der zweite wirklich schöne Tag des Jahres. Ich sitze im Garten, unser alter Hund hechelt sich nach dem Spazierengehen die Körpertemperatur auf ein ihm erträgliches Maß herunter.





Vor mir auf dem Tisch vorm Gartenhäuschen ein Glas mit einem naturtrüben Olivenöl, welches ich zu probieren gedenke. Ich bin gespannt, denn dieses Öl ist in diesem Jahr bei der Verkostung des Feinschmeckers als eines der besten 250 Öle ausgezeichnet worden. Das Öl der Olivenwerkstatt des Michael Schwaighofer aus Andalusien, nahe der wunderbaren Stadt Granada, ist aus den Olivensorten Picudo und Hojiblanca in einer modernen Ölmühle hergestellt und ungefiltert abgefüllt worden. Für Liebhaber eines naturtrüben Öls ein wahres „Öldorado“. Eine Hand wärmt das Glas mit dem Öl, die andere Hand deckt es ab, damit die Nase sofort in den Duft des Öls eintauchen kann. Ich rieche bananig-artischockiges und auch ein wenig Apfel. Der Geruch erinnert mich an eine alte Apfelsorte namens Doppelprinz, von der wir nur wenige Meter entfernt einen Baum stehen hatten, der im vorletzten Jahr leider abgeholzt werden musste, da er morsch war. Auch schleicht sich noch ein wenig Mandel in den Geruch; der Geschmack bekräftigt alle gerochenen Aromen. Nach dem ersten mild-fruchtigen Eindruck, macht eine leichte Schärfe mit einem ebenfalls leichten Kratzen im Hals auf sich aufmerksam, und an den Zungenaußenseiten Richtung Wangen machen die Rezeptoren einen angenehmen Bitterton aus, der fast sofort wieder verschwindet. Die Schärfe bleibt noch einen Moment, dann hat man einen angenehmen fruchtig-mandeligen Geschmack auf der Zunge, der nach mehr Olivenöl verlangt.

Grillen

„Papa, was essen wir denn heute?“, fragt meine Tochter in diesen Tagen öfter. Meine Antwort „Wir grillen!“, stößt nicht immer auf die von mir erwartete Begeisterung. Trotz dem Bratwurst und Nackensteak nicht wirklich zu meinem bevorzugten Grillgut gehören, und von meiner Familie sowieso verschmäht werden.


Gegrillt wird bei uns natürlich auch ab und zu eine Bratwurst, öfter jedoch stehen andere Grillgerichte auf dem Programm. Sehr beliebt ist ein Puten-Ananas-Spieß: Eine frische Ananas wird, genau wie die Putenbrust, in grobe Würfel geschnitten und abwechselnd auf einen Spieß gesteckt. Anschließend mit einer Mischung aus Olivenöl und Currypulver bestrichen und eine Stunde mariniert. Beim Grillen ist Vorsicht angesagt, damit der Curry nicht verbrennt. Überhaupt ist der Spieß ein schönes Utensil, mit dem abwechslungsreiche Grillgerichte gestaltet werden können. Ein reiner Champignonspieß zum Beispiel schmeckt auch den Nicht-Vegetariern, wenn er die nötige Würze erhält: zum Beispiel mit einer Marinade aus Olivenöl (kommt noch öfter vor!), Knoblauch und gemahlenen Bockshornkleesamen. Wo ich gerade vegetarisch erwähne: Auch Zucchini und/oder Auberginen lassen sich – in Scheiben geschnitten - hervorragend auf den Grill legen. Vorher werden sie mit einer Marinade aus – sie erraten es sicher – Olivenöl, Knoblauch, Oregano, schwarzem Pfeffer (aber bitte frisch aus der Mühle) und ein paar Tropfen Zitronensaft bestrichen. Gute Ergebnisse brachten auch ein in Scheiben! geschnittener Blumenkohl, der in einer Marinade aus Olivenöl (wer hätte das gedacht), Salz und gemahlenem Bockshornklee seiner „Vergrillung“ entgegensah. Ebenfalls ein in Scheiben geschnittener Kohlrabi, mariniert mit indonesischer Sojasauce, Sambal Manis und – Olivenöl, schmeckte uns (fast) allen sehr gut.